Ein Balance Board ist ein instabiles Brett, auf dem du dein Gleichgewicht halten musst. Dabei arbeiten Fußgelenke, Beine und die Rumpfmuskulatur ständig mit, um kleine Kippbewegungen auszugleichen. Es gibt drei Grundformen: den runden Kreisel, der in alle Richtungen kippt, das Wippbrett mit nur einer Achse und das Rollenbrett auf einer losen Rolle, das am meisten Übung verlangt. Für Einsteiger ist ein Kreisel oder ein weiches Balance Pad die sichere Wahl, das Rollenbrett eignet sich erst, wenn du auf den einfachen Formen sicher stehst.
Der Kreisel ist eine runde Scheibe aus Holz oder Kunststoff mit einer Halbkugel darunter. Er kippt in jede Richtung, die Höhe der Halbkugel bestimmt, wie stark. Kreisel mit 35 bis 45 Zentimetern Durchmesser sind der Klassiker aus der Physiotherapie und für den Einstieg zu Hause gut geeignet. Manche Modelle haben seitliche Griffe, die beim Tragen und für Liegestütze auf dem Brett helfen.
Wippbrett
Beim Wippbrett (Rocker Board) sitzt unter dem Brett ein halbrunder Steg. Es kippt nur nach vorne und hinten oder nur zur Seite, je nachdem, wie du daraufstehst. Das ist leichter zu kontrollieren als ein Kreisel und eignet sich für die ersten Wochen oder als Stehbrett am höhenverstellbaren Schreibtisch.
Rollenbrett
Das Rollenbrett besteht aus einem länglichen Brett und einer losen Rolle aus Holz, Kork oder Kunststoff. Das Brett rollt seitlich hin und her, du musst die Bewegung aktiv abfangen. Rollenbretter kommen aus dem Surf- und Skateboardtraining und fordern die Koordination deutlich stärker. Stell sie immer auf eine rutschfeste Matte und übe anfangs neben einer Wand oder einem Türrahmen.
Balance Pad und Halbkugel
Ein Balance Pad ist ein dickes Kissen aus Weichschaum, das unter dem Fuß nachgibt. Es kippt nicht, sondern federt und ist damit die sanfteste Form des Gleichgewichtstrainings. Halbkugeln mit Luftpolster und fester Unterseite liegen dazwischen. Auf Pad und Halbkugel kannst du auch Übungen im Sitzen oder Knien machen.
Bauform
Bewegung
Schwierigkeit
Geeignet für
Balance Pad
federt nach
leicht
Einsteiger, Übungen im Stand und Sitzen
Wippbrett
kippt über eine Achse
leicht bis mittel
Einsteiger, Schreibtisch
Kreisel
kippt in alle Richtungen
mittel
regelmäßiges Training zu Hause
Rollenbrett
rollt seitlich
hoch
Geübte, Surf- und Skatetraining
Was das Training bewirkt
Auf einem wackeligen Untergrund reagieren deine Muskeln ständig auf kleine Lageveränderungen. Das schult das Zusammenspiel von Gleichgewichtssinn, Augen und Muskeln. Besonders gefordert sind die kleinen Muskeln rund um das Sprunggelenk, die Bein- und Gesäßmuskulatur und die Rumpfmuskeln, die den Oberkörper aufrecht halten. Wer schon Bauchtraining macht, merkt schnell, dass ein Unterarmstütz auf dem Brett anstrengender ist als auf dem Boden.
Gleichgewicht lässt sich in jedem Alter trainieren. Für ältere Menschen ab 65 empfehlen die nationalen Bewegungsempfehlungen laut einer Kurzfassung des Bundesgesundheitsministeriums neben Muskelkräftigung an zwei Tagen Gleichgewichtsübungen an mindestens drei Tagen pro Woche, um Stürzen vorzubeugen. Ein Balance Board ist dafür nicht der erste Schritt, für den Anfang reichen Übungen auf festem Boden, etwa der Einbeinstand mit einer Hand an der Stuhllehne. Auch Läufer und Ballsportler nutzen das Brett, um die Fußgelenke zu stabilisieren, das ergänzt Krafttraining für Läufer sinnvoll.
Übungen für Einsteiger
Trainiere barfuß oder in flachen Schuhen auf einem rutschfesten Boden. Stell das Brett so auf, dass du dich an einer Wand, einer Arbeitsplatte oder einer stabilen Stuhllehne festhalten kannst. Drei bis vier kurze Einheiten pro Woche mit zehn Minuten reichen für den Anfang.
Stehen und ausbalancieren: Füße schulterbreit, Knie leicht gebeugt, Blick nach vorn. Versuche, den Rand des Bretts 30 Sekunden lang nicht auf den Boden zu bringen. Drei Durchgänge mit Pause.
Kontrolliert kippen: Kippe das Brett langsam nach vorn, hinten, links und rechts, ohne den Boden zu berühren. Beim Kreisel kannst du den Rand im Kreis führen.
Kniebeugen: Geh in eine flache Kniebeuge und wieder hoch, langsam und mit geradem Rücken. Acht bis zehn Wiederholungen.
Unterarmstütz: Unterarme auf das Brett, Füße auf dem Boden, Körper gerade. 20 bis 30 Sekunden halten.
Einbeinstand: Erst auf dem Balance Pad, später auf dem Kreisel. Ein Bein anheben und 15 Sekunden halten, dann wechseln.
Steigern kannst du, indem du die Augen kurz schließt, einen leichten Ball fängst oder mit einer Kurzhantel arbeitest. Mehr als eine Steigerung auf einmal überfordert das Gleichgewicht, nimm deshalb immer nur einen neuen Reiz dazu.
Sicherheit beim Training
Die meisten Stürze passieren beim Auf- und Absteigen. Steig mit einem Fuß in die Mitte des Bretts, stell den zweiten Fuß dazu und richte dich erst dann auf. Räume im Umkreis von etwa einem Meter alles weg, woran du dich stoßen könntest, also Tischkanten, Heizkörper und Hanteln. Eine Sportmatte unter dem Brett dämpft und verhindert, dass es auf glattem Boden wegrutscht.
Hast du Probleme mit dem Gleichgewicht, Schwindel, eine frische Verletzung am Sprung- oder Kniegelenk oder Osteoporose, sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer Physiotherapeutin. Nach einer Verletzung gehört das Training auf dem Brett in eine Reha unter Anleitung.
Worauf du beim Kauf achtest
Bauform: Für den Einstieg ein Kreisel mit flacher Halbkugel oder ein Balance Pad, für Fortgeschrittene ein Rollenbrett.
Belastbarkeit: Die maximale Belastung steht beim Hersteller. Rechne bei Sprüngen oder Übungen mit Hanteln einen Puffer ein.
Oberfläche: Eine rutschfeste Beschichtung oder Griptape ist wichtiger als ein schönes Holzdesign.
Durchmesser: 40 Zentimeter reichen für den schulterbreiten Stand, für Liegestütze mit breiten Händen darf es mehr sein.
Unterseite: Gummi oder ein weicher Rand schont Parkett und dämpft Geräusche für die Nachbarn.
Platz braucht ein Balance Board kaum, es passt unter jedes Sofa und ist damit ein gutes Gerät für das Heimtraining in der Wohnung. Unten findest du ein Wackelbrett zum Einstieg, ein Rollenbrett-Set und ein weiches Balance Pad.
Ein runder Kreisel mit flacher Halbkugel oder ein Balance Pad aus Weichschaum. Rollenbretter erst, wenn du auf diesen Formen sicher stehst.
Wie lange sollte man auf dem Balance Board trainieren?
Für den Anfang reichen drei bis vier Einheiten pro Woche mit etwa zehn Minuten. Kurze, regelmäßige Einheiten bringen mehr als eine lange.
Trainiert ein Balance Board die Bauchmuskeln?
Ja, die Rumpfmuskeln arbeiten beim Ausbalancieren ständig mit. Übungen wie der Unterarmstütz auf dem Brett fordern sie zusätzlich.
Kann man ein Balance Board am Schreibtisch nutzen?
Ein Wippbrett mit flacher Neigung eignet sich als Stehbrett am höhenverstellbaren Schreibtisch. Kreisel und Rollenbrett lenken bei der Arbeit zu stark ab.
Ist ein Balance Board für Kinder geeignet?
Für Kinder gibt es eigene, flache Wippbretter. Ein Rollenbrett ist ohne Aufsicht für Kinder zu riskant.
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